Arbeit, Arbeit

„Arbeit ist das halbe Leben“ – ja, welcher Hornochse hat den diese Bonmot vom Stapel gelassen? Nicht mal in Teilzeit fühlt es sich nach dem halben Leben an – da sind es mindestens dreiviertel Leben. Von Vollzeit wollen wir erst gar nicht anfangen.

Arbeit und ich – es ist kompliziert. Weil Arbeit ja auch eng mit dem Ego verknüpft ist. Bei mir ist es jedenfalls so, da mir als protestantischer Pimpf schon die ganzen protestantischen Tugenden eingeimpft wurden. Robinson Crusoe eine Abenteuergeschichte? Für mich ist die Geschichte von Defoe vor allem ein großer, bruttosozialproduktfördernder Spuck in die Hände. Mit Arbeit geht alles, mit Arbeit schnitzen wir uns die Existenz in unseren Felsen.

Arbeit versteht es, mich in Beschlag zu nehmen. Kann mich viel zu nervös machen. Lässt mich zweifeln. Aber ich habe mit Arbeit auch dem Glück auf die Sprünge geholfen. Anerkennung gefunden. Kompetenzen erworben. Und darf aus vielen anderen Privilegien mitunter auch deshalb in einem Umfeld arbeiten, in den ich mich sehr wohl fühle. Mit guten Menschen als Kolleg.innen und Vorgesetzte. Mit Themen, die Sinn stiften.

Wenn sich der Nebel der Anstrengung, der bleierne Vorhang des Alltags hin und wieder beiseite schiebt, dann spüre ich es wieder: Im Grunde mag ich meine Arbeit sehr!

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